Sibylle Berg

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Wünsch dir was

Buddha, Allah und Elohim sind besorgt: Gott durchlebt eine schwere Sinnkrise und vernachlässigt darüber das interreligiöse Croquetspiel. Statt gelassen in himmlischen Gefilden zu lustwandeln, treibt er sich in Pudelgestalt unter den Menschen herum. Fassungslos über den Zustand seiner Schöpfung, beschließt er, dass der Moment gekommen ist, dem Elend ein Ende zu setzen: Die Apokalypse beginnt jetzt. Wie die Erschaffung der Welt muss auch ihre Vernichtung ihre Ordnung haben. Sieben Tage hat es gedauert, das Ganze herzustellen, sieben verkaufte Seelen braucht es, um es wieder rückgängig zu machen. Also schickt Gott seinen Adoptivsohn Ralf, genannt „das Böse“, auf Seelenfang. Ob Villa, Ruhm, Geld, Sex oder kulturelle Distinktion: Einen Wunsch nach dem anderen macht Ralf – auf die denkbar unerfreulichste Weise, aber immer streng nach Wortlaut – wahr; eine Seele nach der anderen wird ihm überschrieben. Die Götter werden nervös. Wenn Gott alles auslöscht, müssen sie wieder von vorn anfangen, ein komplettes Dacapo von Dinosauriern bis Mülltrennung. Es gibt nur einen Ausweg: Ralf muss die wahre Liebe finden, und zwar schnell.

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Premiere: 6/28/2006, Schauspielhaus Zürich
Musik: Markus Schönholzer
Regie: Niklaus Helbling